Immobilienbewertung

Bodenrichtwert erklärt – Was er für Ihre Immobilie bedeutet

Der Bodenrichtwert ist eine wichtige Kennzahl bei der Immobilienbewertung. Wir erklären, was er bedeutet.

Orhan Keserli
2 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Bodenrichtwert gibt den durchschnittlichen Lagewert des Bodens in Euro pro Quadratmeter an und wird alle zwei Jahre aktualisiert.
  • In NRW kann der Bodenrichtwert kostenlos über das Portal BORIS.NRW abgerufen werden.
  • Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert und entspricht nicht dem individuellen Grundstückswert.
  • Die Grundsteuerreform nutzt den Bodenrichtwert als Berechnungsgrundlage.
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Was ist der Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert gibt den durchschnittlichen Lagewert des Bodens in Euro pro Quadratmeter an. Er wird von den Gutachterausschüssen der Kommunen auf Basis tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und alle zwei Jahre aktualisiert.

Wie wird der Bodenrichtwert ermittelt?

Die Gutachterausschüsse werten alle notariell beurkundeten Kaufverträge aus und bilden daraus Durchschnittswerte für vergleichbare Lagen (sogenannte Bodenrichtwertzonen).

Berücksichtigt werden unter anderem:

  • Lage und Umgebung
  • Art der Nutzung (Wohngebiet, Gewerbegebiet)
  • Bebauungsmöglichkeiten
  • Erschließungszustand

Bodenrichtwert vs. tatsächlicher Grundstückswert

Wichtig zu verstehen: Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert und gibt nicht den individuellen Wert Ihres Grundstücks wieder. Der tatsächliche Wert kann deutlich abweichen durch:

  • Besonderheiten der Grundstücksform (Zuschnitt, Hanglage)
  • Erschließungszustand
  • Altlasten oder Baumbestand
  • Besondere Baurechte oder Einschränkungen

Wo finden Sie den Bodenrichtwert?

In NRW können Sie den Bodenrichtwert kostenlos über das Portal BORIS.NRW abrufen. Sie benötigen lediglich die Adresse oder Flurstücksnummer Ihrer Immobilie.

Bodenrichtwert und Immobilienbewertung

Bei der professionellen Immobilienbewertung fließt der Bodenrichtwert als ein Faktor von vielen ein. Er dient als Ausgangspunkt, wird aber durch individuelle Anpassungen an die tatsächlichen Gegebenheiten Ihres Grundstücks korrigiert.

Bodenrichtwert und Steuern

Der Bodenrichtwert spielt auch bei steuerlichen Bewertungen eine Rolle:

  • Grundsteuer: Die Reform der Grundsteuer nutzt den Bodenrichtwert als Berechnungsgrundlage
  • Erbschaft- und Schenkungsteuer: Der Bodenrichtwert fließt in die steuerliche Bewertung ein

Fazit

Der Bodenrichtwert ist ein nützlicher Anhaltspunkt, ersetzt aber keine professionelle Immobilienbewertung. Für eine fundierte Wertermittlung sollten Sie immer einen Experten hinzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Der Bodenrichtwert gibt den durchschnittlichen Lagewert des Bodens pro Quadratmeter in einer bestimmten Zone an. Er wird von Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Kaufpreise ermittelt und dient als Orientierungswert.
Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert für eine Zone. Der individuelle Wert Ihres Grundstücks kann durch Besonderheiten wie Grundstückszuschnitt, Hanglage, Altlasten, Baumbestand oder besondere Baurechte deutlich abweichen.
In Nordrhein-Westfalen können Sie den Bodenrichtwert kostenlos über das Online-Portal BORIS.NRW abrufen. Sie benötigen lediglich die Adresse oder die Flurstücksnummer Ihrer Immobilie.
Der Bodenrichtwert ist relevant für die Grundsteuerberechnung im Rahmen der Grundsteuerreform sowie für die Bewertung bei Erbschaft- und Schenkungsteuer. Er fließt als wichtiger Faktor in die steuerliche Wertermittlung ein.
BodenrichtwertGrundstückswertBewertung
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Orhan Keserli
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Orhan Keserli
Immobilienmakler (IHK) · homefin GmbH
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